MIRA
Ein smarter Praxisassistent für die Gynäkologie — von 11 Interviews zu einem priorisierten Konzept und einem High-Fidelity-Prototyp.

Viele Patientinnen verlassen ihren Termin in der gynäkologischen Praxis verunsichert oder schlecht informiert. Zu viert haben wir einen kompletten Service-Design-Prozess durchlaufen — 11 Interviews, 13 Insights, priorisierte Ideen — und daraus MIRA entwickelt: eine App für vor, während und nach dem Termin.
- Rolle
- UX & Service Designer
- Team
- Marcia Perez, Sara Schramm, Paul Wipper
- Kontext
- Projektmodul — HM München
- Tools
- Figma, Miro, Interviews, Service-Design-Methoden
Research
Wir sind ohne fertige Lösung gestartet — nur mit einem Thema. Eine Mindmap und Desk Research zu Online-Terminbuchung und Praxissoftware gaben uns ein erstes Bild; den eigentlichen Input lieferten aber die Menschen.

- 11 Interviews mit Patientinnen und Menschen aus ihrem Umfeld, dazu Community-Research, um erstes Feedback zu validieren.
- Die Interviews lieferten, was Desk Research nicht kann: Emotionen — Nervosität vor dem ersten Termin, Scham am Empfang, Frust über unbeantwortete Fragen.
Synthese: 13 Insights
Jede Erkenntnis wurde zu einem Insight-Statement: wer braucht was, warum, und was steht im Weg. Zum Beispiel: Eine Patientin vor ihrem ersten Termin ist sehr nervös, weil sie noch nie in einer gynäkologischen Praxis war — aber es gibt so viele Leistungen, dass sie nicht weiß, was sie erwartet. Wir haben drei Insights nach Relevanz und Machbarkeit ausgewählt, auf die wir uns konzentriert haben.

Das Problem eingrenzen
Unser Problem Statement: Wie kann ein smarter Praxisassistent Patientinnen in gynäkologischen Praxen vor, während und nach dem Termin umfassend informieren? Neun How-Might-We-Fragen haben es geschärft — von „einen einsteigerfreundlichen Zugang für Erstpatientinnen schaffen“ bis „Gesundheitskompetenz von Patientinnen mit Beschwerden stärken“. Vier davon haben wir ausgewählt.

Ideenfindung & Priorisierung
Ideen haben wir mit Negativ-Brainstorming und den 5 Whys entwickelt, sie dann in einer How-Now-Wow-Matrix nach Aufwand und Innovationsgrad sortiert und die Shortlist mit einer SWOT-Analyse geprüft.

Das Ergebnis war eine priorisierte Feature-Liste:
- Onboarding, das ein paar Fragen zur Patientin stellt
- Personalisierter Feed auf Basis dieser Antworten
- Kits je Lebensphase — z. B. erster Termin, Schwangerschaft, Wechseljahre
- Erinnerungen · 5. Chatbot · 6. Pre-Check-in · 7. Live-Tracking · 8. Geteilte Notizen
Prototyp
Von Low-Fidelity-Wireframes und einem Onboarding-Prototyp bis zu Mid- und High-Fidelity-Content-Screens haben wir einen klickbaren Prototyp mit rund hundert Screens gebaut — für Onboarding, Feed, Termine und Zyklus-Tracking.

Was ich gelernt habe
Die beste Idee im Raum ist selten das richtige erste Feature. Insights in einem strikten Format zu formulieren und mit einfachen Matrizen zu priorisieren, hat vier Leute auf Linie gehalten — und es leicht gemacht zu erklären, warum wir gebaut haben, was wir gebaut haben.