Food Saving
Neue Identität und Website für einen Münchner Lebensmittelretter-Verein — gestaltet, um die Gen Z zu erreichen, ohne die Senioren zu verlieren, die auf ihn angewiesen sind.

Foodsaving & More e.V. rettet rund 35 Tonnen Lebensmittel pro Woche, doch der Auftritt passte nicht zum Anspruch, weiter zu wachsen. Mit meiner Teamkollegin Tanyel Altan habe ich den Verein vor Ort erforscht und eine neue Identität entwickelt — die neue Website habe ich gestaltet und gebaut.
- Rolle
- Research, Identität & Website (allein gebaut)
- Team
- Tanyel Altan
- Kontext
- Change for Good — HM München, echter gemeinnütziger Auftraggeber
- Tools
- Figma, Vite, GSAP, Leaflet / OpenStreetMap, Vercel
Der Auftrag
Einen kleinen Münchner Verein finden, der Unterstützung im Design braucht, und ihn aktiv in den Veränderungsprozess einbinden. Unsere Wahl fiel auf Foodsaving & More e.V., einen ehrenamtlich getragenen Verein, der überschüssige Lebensmittel von Betrieben rettet und kostenlos verteilt.
Research vor Ort
Wir haben die bestehende Identität analysiert (Logo, Flyer, Instagram, Facebook), die Ausgabestelle besucht und beobachtet, wer tatsächlich kommt: auf der einen Seite Ehrenamtliche, auf der anderen vor allem Rentnerinnen und Rentner, die Lebensmittel abholen. Der Verein wollte zwei Dinge gleichzeitig: die Gen Z als neue Ehrenamtliche gewinnen und expandieren.

Wir haben Too Good To Go, die Münchner Tafel, Olio, ResQ, SirPlus und weitere auf zwei Positionierungs-Maps verglichen. Die Lücke: eine soziale, nicht-kommerzielle Organisation, die sich trotzdem modern und unverwechselbar anfühlt.

Von Attributen zu Entscheidungen
Statt mit einem Moodboard anzufangen, haben wir jedes Attribut in eine Gestaltungsregel übersetzt — offen & mehrsprachig → einfache Sprache und eine besonders gut lesbare Schrift (Atkinson Hyperlegible); menschlich & warm → echte Fotos von Ehrenamtlichen und warme Farben.


Die Identität



Die Website, die ich gebaut habe
- Sechs Seiten, darunter eine interaktive Karte mit 43 echten Ausgabestellen, geocodiert aus der eigenen Liste des Vereins.
- Barrierearm von Grund auf: funktioniert ohne JavaScript, berücksichtigt reduzierte Bewegung, mit Skip-Links und Fokus-Styles.
- Performance: Eine Bild-Pipeline hat die Assets von 167 MB auf 1,9 MB reduziert.
- Feedback-Schleife: eine passwortgeschützte Vorschau, damit Verein und Professor Feedback geben konnten, danach Iterationsrunden und ein alternativer Design-Branch.

Was ich gelernt habe
Für eine echte Organisation zu gestalten heißt, ihre am wenigsten digitalen Nutzer genauso ernst zu nehmen wie die Zielgruppe, die man gewinnen will. Erst die Research vor Ort — nicht am Schreibtisch — hat uns gezeigt, wer das ist.